Neues aus dem Vereinsleben

Kaum Vereinsleben im Jahr 2020 und auch 2021

Liebe Vereinsmitglieder,

leider konnten wir pandemiebedingt nach unserer Mitgliederversammlung am 01. Februar 2020 keine weiteren Veranstaltungen des HGV durchführen. Die Arbeit im Museum und die Pflege des Grundstückes rund um das ehemalige Lehrerwohnhaus ging aber weiter und wurde von unserem „Kernteam“ Hans-Jürgen, Erhard, Hans-Karl, Karl-Rudolf und Ralf hervorragend geleistet – dafür möchte sich der Vorstand auf das herzlichste bedanken!

Im Museum kamen wieder einige Geräte, Anlagen und Artefakte dazu, die wir von verschiedenen Spendern erhalten haben. Auch diesen sei herzlichst gedankt!

Mitgliederversammlung am 21. August 2021

Am 21. August haben wir auf dem Parkplatz hinter dem Bürgerhaus unsere Mitgliederversammlung für das Jahr 2020 durchgeführt. Der Schriftführer Heinz Kinzel verlass das Protokoll zur letzten Mitgliederversammlung, bevor der Vorsitzende seinen pandemiebedingt sehr kurzen Rückblick auf das Jahr 2020 gibt und auch für das Jahr 2021 keine größeren Aktivitäten des Vereines ankündigen kann.

Der Kassenwart des Vereins, Hans-Karl Trog, präsentiert einen ausgeglichenen Jahresabschluss, der einen kleinen Überschuss ausweist. Die Einnahmen des Vereins deckten im Jahr 2020 gerade noch die Mietkosten für die Vereinsräume. Für das Jahr 2021 prognostiziert er eine ähnliche Einnahmen- und Ausgabenentwicklung. Die Kassenprüfer für das Jahr 2020, Sylvia Kramp und Rudolf Schäfer, bestätigen der Versammlung eine ordnungsgemäße Kassenführung und Buchhaltung des Kassierers und fordern die Versammlung zum Beschluss des Jahresabschlusses 2020 und folgend die Entlastung des Vorstandes auf. In zwei Abstimmungen werden die Beschlüsse auch einstimmig bestätigt.

Nach der Wahl der Kassenprüfer für das Vereinsjahr 2021, Sylvia Kramp & Volker Schaaf, konnte unser Kulturwart Markus Kilb einige Informationen zum Fundus des Museums geben. Nach dieser Präsentation überreichte uns Pfarrerin Barbara Häuser aus Seelbach eine alte gerahmte Fotografie aus dem Jahre1884 aus der früheren Wohnung ihres langjährigen Lebenspartners Eckhard Jung. Das Bild zeigt die Sieger eines Turnfestes, das in Bad Ems stattgefunden hat. Das Foto wurde in Holzappel aufgenommen und ist kulturell besonders wertvoll, weil die abgebildeten Personen namentlich auf dem Rand des Bildes eingeprägt sind. Unter den abgebildeten Turnern sind drei Steedener: Heinrich Kramp, Hermann Best und K. Best, abgebildet. Die Abbildung der drei Steedener Turner war auch der Grund es dem Museum zur Verfügung zu stellen.

Übergabe eines gerahmten Fotos aus dem Jahr 1887 durch Barbara Häuser

Nach der Übergabe des Fotos informierte Hans-Jürgen Eck und Rainer Manske über den Besuch von drei Archäologen am 23.06.2021 bei uns im Museum und anschließend vor Ort im früheren Löhrbruch / Tal des Löhrbaches. Diese drei = Dr. Daniel Burger-Völlmecke, Kurator Sammlung Nassauischer Altertümer Sammlungsbereich Archäologie Wiesbaden, Frau Sibylle Wolf , Koordinatorin des Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment sowie wissenschaftliche Koordinatorin / Mitarbeiterin für Ältere Urgeschichte und Quartärökologie an der Universität Tübingen und Frau Dr. Keiko Kitagawa, ebenfalls von der Uni Tübingen, hatten den Verein angefragt ob es einen Fundus, z.B. Tierknochen aus der Steinzeit, bei uns im Museum gibt und ob man diese besichtigen kann. Weiterhin wollten sie sich im ehemaligen Tal des Löhrbaches eine Überblick über noch vorhandenen Erdschichten, die noch nicht durch den Kalkabbau bearbeitet wurden, machen. Sie beabsichtigen einen Projektantrag zu einer Neubewertung der Funde aus den Steedener Höhlen zu stellen, den sie bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft zur Förderung einreichen möchten.

Der Besuch wurde in hervorragender Weise von Hans-Jürgen Eck organisiert und auch die Schäfer Kalkwerke haben dabei unterstützt. Der Geologe des Kalkwerkes, Steffen Loos, begleitete die Archäologen vor Ort und gab Erläuterungen zum früheren Abbau und den Grundwassersee.

Grundwassersee im früheren Löhrbruchs (Tal des Löhrbaches)

Eine schöne Überraschung war dann das Gastgeschenk – eine Replik des sog. Vogelherd-Mammut. Das Mammut vom Vogelherd wurde 2006 von Tübinger Archäologen auf der Schwäbischen Alb im Abraum der Grabung von Gustav Riek (1931) entdeckt. Es gilt als älteste (35.000 Jahre) vollständig erhaltene Skulptur. Diese ist 3,7 cm klein und 7,5 g leicht. Ihr Material ist Mammut-Elfenbein. Zunächst in Tübingen aufbewahrt, wird sie seit 2013 im neu gegründeten „Archäopark Vogelherd“ bei Niederstotzingen gezeigt.

Replik der Elfenbeinfigur eines Mammut vom Vogelherd im Lonetal, Schwäbische Alb

Wir haben den drei Archäologen zugesagt, dass sie, wenn der Projektantrag genehmigt wird, die volle Unterstützung des Vereines bei den dann folgenden Bewertungen, ggf. Ausgrabungen und Dokumentationen haben.

Die Replik hat inzwischen einen schönen Platz über der Vitrine mit Tierknochen aus der Steinzeit gefunden. Unser Kulturwart, Markus Kilb, hat für die Figur einen kleinen Faustkeil zum Befestigen und eine Schaukasten fertigen lassen.